Anspruch auf Zeug­nis­kor­rek­tur

Ein Anspruch auf Zeug­nis­kor­rek­tur besteht auch dann, wenn die posi­ti­ven For­mu­lie­run­gen im Zeug­nis iro­nisch über­höht sind.

Die Par­tei­en hat­ten einen Ver­gleich geschlos­sen, wonach der Arbeit­ge­ber sich ver­pflich­te­te von dem Zeug­nis­ent­wurf des Arbeit­neh­mers nur aus wich­ti­gem Grund abzu­wei­chen.

Im Gro­ßen und Gan­zen hielt sich die Arbeit­ge­be­rin an den Ent­wurfstext. Sie ersetz­te aber z. B. die For­mu­lie­rung „wir bewer­ten ihn mit sehr gut“ durch „wenn es bes­se­re Noten als sehr gut geben wür­de, wür­den wir ihn damit beur­tei­len“, die For­mu­lie­rung „Herr F. ver­lässt unser Unter­neh­men auf eige­nen Wunsch, was wir sehr bedau­ern“ ersetz­ten sie im Neben­satz durch die For­mu­lie­rung „was wir zur Kennt­nis neh­men“.

Das Arbeits­ge­richt setz­te auf Antrag des Arbeit­neh­mers ein Zwangs­geld gegen die Arbeit­ge­be­rin fest. Die hier­ge­gen gerich­te­te sofor­ti­ge Beschwer­de der Arbeit­ge­be­rin hat­te vor dem LAG kei­nen Erfolg.

LAG Hamm, 14.11.2016, 12 Ta 475/16