Kün­di­gung — ver­hal­tens­be­dingt

Wie bereits unter dem The­ma “Kün­di­gung-betriebs­be­dingt” ange­spro­chen, kann ein Arbeit­ge­ber ein Arbeits­ver­hält­nis, wel­ches unter das Kün­di­gungs­schutz­ge­setz fällt, nur aus drei Grün­den wirk­sam kün­di­gen, betriebsbedingte‑, ver­hal­tens­be­ding­te- und per­so­nen­be­ding­te Grün­de.

Es gibt man­nig­fal­ti­ge Grün­de, die eine ver­hal­tens­be­ding­te Kün­di­gung an sich recht­fer­ti­gen kön­nen.

Bei­spiels­wei­se Belei­di­gung von Kol­le­gen, Zu-spät-Kom­men zur Arbeit, Ver­wei­ge­rung von Arbeits­leis­tung, Dieb­stäh­le, Unter­schla­gung, Min­der­leis­tun­gen, Ver­stö­ße gegen die betrieb­li­che Ord­nung wie Ver­bot der Ver­sen­dung und des Emp­fangs pri­va­ter E‑Mails.

  1. Ein Grund für eine ver­hal­tens­be­ding­te Kün­di­gung liegt immer dann vor, wenn der Arbeit­neh­mer durch ein steu­er­ba­res Ver­hal­ten erheb­li­cher­wei­se gegen sei­ne arbeits­ver­trag­li­chen Pflich­ten ver­stößt.
  2. Der Pflicht­ver­stoß muss rechts­wid­rig und schuld­haft sein.
  3. Es darf sei­tens des Arbeit­ge­bers kein mil­de­res Mit­tel als die Kün­di­gung geben, d. h. die Kün­di­gung muss ver­hält­nis­mä­ßig sein. Ein mil­de­res Mit­tel wäre z.B. eine Abmah­nung.
  4. Es muss wie­der­um eine Inter­es­sen­ab­wä­gung statt­fin­den zwi­schen den Inter­es­sen des Arbeit­ge­bers und des Arbeit­neh­mers, wobei die Inter­es­sen des Arbeit­ge­bers über­wie­gen müs­sen.

Wich­tig ist, gleich­gül­tig ob Sie das Arbeits­ver­hält­nis fort­set­zen möch­ten oder aber eine gute Abfin­dung aus­han­deln möch­ten, dass die 3‑Wo­chen-Frist für die Erhe­bung der Kün­di­gungs­schutz­kla­ge beach­tet wird.
Ist die 3‑Wo­chen-Frist ver­säumt, wird weder eine Kün­di­gungs­schutz­kla­ge Aus­sicht auf Erfolg haben, noch wird der Arbeit­ge­ber bereit sein, eine Abfin­dung zu zah­len.

Im Fal­le, dass eine Kün­di­gung in Aus­sicht gestellt wor­den ist oder bereits eine Kün­di­gung erklärt wor­den ist und Sie vor der Ent­schei­dung der Erhe­bung einer Kün­di­gungs­schutz­kla­ge oder Annah­me einer außer­ge­richt­li­chen Abfin­dungs­re­ge­lung ste­hen, bera­te ich Sie jeder­zeit ger­ne. Sie erhal­ten eine umge­hen­de Ter­mins­zu­sa­ge. Ent­spre­chend Ihren Wün­schen ver­tre­te ich Sie direkt gegen­über Ihrem Arbeit­ge­ber oder tre­te nach außen nicht in Erschei­nung.

Besteht eine Rechts­schutz­ver­si­che­rung oder wer­den Sie durch eine Gewerk­schaft recht­lich ver­tre­ten, ris­kie­ren Sie nichts.

Ggflls. besteht nach Ein­kunfts­la­ge die Mög­lich­keit Pro­zess­kos­ten­hil­fe zu bean­tra­gen. Falls die­se Mög­lich­kei­ten nicht grei­fen, kön­nen Sie sich vor dem Arbeits­ge­richt  selbst ver­tre­ten. Jede Par­tei trägt, unab­hän­gig vom Aus­gang des Ver­fah­rens, die Kos­ten in der I. Instanz selbst.

Auch wenn sich die Par­tei­en vor den Arbeits­ge­rich­ten selbst ver­tre­ten kön­nen, emp­fiehlt es sich gleich­wohl, anwalt­li­che Hil­fe in Anspruch zu neh­men, da das Gericht im Urteils­ver­fah­ren den Sach­ver­halt nicht von Amts wegen auf­klärt. Es beur­teilt nur das, was die Par­tei­en vor­tra­gen. Ist der Sach­ver­halt unklar, lücken­haft oder liegt kein Beweis­an­tritt vor, für den die betref­fen­de Par­tei beweis­pflich­tig ist, kann dies zu erheb­li­chen Rechts­nach­tei­len für die jewei­li­ge Par­tei füh­ren.

Für eine rasche und effek­ti­ve Bera­tung in Ihrer Ange­le­gen­heit benö­ti­ge ich fol­gen­de Unter­la­gen:

  • Arbeits­ver­trag
  • Gehalts­nach­weis
  • Abmah­nung (falls vor­han­den)
  • Kün­di­gungs­schrei­ben
  • evtl. Auf­he­bungs­an­ge­bot
  • Tarif­ver­trag (falls vor­han­den)

Sie errei­chen uns mon­tags bis frei­tags durch­gän­gig von 8- 18 Uhr unter der Tele­fon­num­mer: 0641 / 971 74 54.