Ent­gelt­fort­zah­lung wäh­rend ambu­lan­ter Kur

Die Klä­ge­rin war seit 2002 bei dem beklag­ten Land als Köchin beschäf­tigt und unter­zog sich im Okto­ber 2013 einer ambu­lan­ten Kur, die von ihrer Kran­ken­kas­se bezu­schusst wur­de. Wäh­rend der Kur erhielt sie ins­ge­samt 30 Anwen­dun­gen u.a. Bewe­gungs­bä­der, Mas­sa­gen, Schlick­pa­ckun­gen, Lymph­drai­na­ge.

Nach­dem der Arbeit­ge­ber sich wei­ger­te, die Klä­ge­rin für die Dau­er der Kur unter Fort­zah­lung der Bezü­ge frei­zu­stel­len, bean­trag­te die Klä­ge­rin Urlaub. Die­ser Urlaub wur­de ihr bewil­ligt.

Nach Rück­kehr aus der Kur reich­te die Klä­ge­rin Kla­ge bei dem zustän­di­gen Arbeits­ge­richt ein und mach­te gel­tend, dass der Urlaub, den sie genom­men hat­te, nicht auf ihren Urlaubs­an­spruch ange­rech­net wer­den dür­fe.

Die Klä­ge­rin hat­te in allen drei Instan­zen mit ihrer Kla­ge kei­nen Erfolg.

Maß­nah­men der medi­zi­ni­schen Vor­sor­ge oder Reha­bi­li­ta­ti­on dür­fen nach § 10 Bun­des­ur­laubs­ge­setz nicht auf den Urlaub ange­rech­net wer­den. Vor­aus­set­zung ist, dass die bewil­lig­te ambu­lan­te Vor­sor­ge­kur in einer Ein­rich­tung der medi­zi­ni­schen Vor­sor­ge oder Reha­bi­li­ta­ti­on durch­ge­führt wird. Die Ein­rich­tun­gen müs­sen den Anfor­de­run­gen des § 107 Abs. 2 SGB V genü­gen. Die­se Vor­aus­set­zung lag hier nicht vor.

Urteil des BAG vom 25. Mai 2016 – 5 AZR 298/15