Mehr­ma­li­ge Inan­spruch­nah­me der Pfle­ge­zeit durch Arbeit­neh­mer unzu­läs­sig

BAG vom 15.11.2011 – 9 AZR 348/10

Beschäf­tig­te in Betrie­ben mit mehr als 15 beschäf­tig­ten Arbeit­neh­mern haben nach § 3 Pfle­geZG unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen einen Anspruch auf voll­stän­di­ge oder teil­wei­se Frei­stel­lung von der Arbeit, um einen nahen Ange­hö­ri­gen zu pfle­gen. Die Pfle­ge­zeit nach § 3 Pfle­geZG beträgt für jeden pfle­ge­be­dürf­ti­gen nahen Ange­hö­ri­gen höchs­tens sechs Mona­te (§ 4 Pfle­geZG).

Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hat in sei­ner Ent­schei­dung vom 15.11.2011 (Az.: 9 AZR 348/10) klar­ge­stellt, dass der Anspruch auf eine Pfle­ge­zeit nach §§ 3, 4 Pfle­geZG ein ein­ma­li­ges Gestal­tungs­recht dar­stellt, wel­ches mit der erst­ma­li­gen Inan­spruch­nah­me erlischt. Dies gilt nach Auf­fas­sung des BAG auch dann, wenn die genom­me­ne Pfle­ge­zeit die Höchst­dau­er von sechs Mona­ten nicht aus­schöpft. Dar­über hin­aus schei­det auch eine Unter­tei­lung der sechs Mona­te auf meh­re­re Pfle­ge­zei­ten aus.