Pfle­ger­min­dest­lohn

LAG Baden- Würt­tem­berg vom 28.11.2012: Min­dest­lohn in Pfle­ge­bran­che

Das Lan­des­ar­beits­ge­richt Baden- Würt­tem­berg hat in sei­ner Ent­schei­dung vom 28.11.2012 (Az.: 4 Sa 48/12) klar­ge­stellt, dass der Min­dest­lohn in der Pfle­ge­bran­che auch für Bereit­schafts­zei­ten gilt.

In dem zugrun­de lie­gen­den Fall ver­lang­te die Klä­ge­rin zusätz­lich zu der im Arbeits­ver­trag ver­ein­bar­ten Pau­schal­ver­gü­tung die Dif­fe­ren­zent­gel­te zum Min­dest­lohn in Höhe von 8,50 € für 24- Stun­den- Diens­te.

Die kla­gen­de Mit­ar­bei­te­rin eines pri­va­ten Pfle­ge­diens­tes war im Auf­trag der katho­li­schen Kir­che als Pfle­ge­kraft in einem Schwes­tern­haus ein­ge­setzt. Sie muss­te „Rund- um- die- Uhr- Diens­te“ an meh­re­ren auf­ein­an­der fol­gen­den Tagen erbrin­gen. Daher war die Klä­ge­rin in die­ser Zeit im benach­bar­ten Schwes­tern­wohn­heim unter­ge­bracht. Die Diens­te setz­ten sich aus Voll­ar­beits- und Bereit­schafts­zei­ten zusam­men.

Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat hier­zu aus­ge­führt, dass der Pfle­ge­min­dest­lohn auch auf Bereit­schafts­zei­ten Anwen­dung fin­det. Dies ergä­be sich bereits aus § 2 Abs. 1 Pfle­ge­ArbbV. Die­ser sieht einen Min­dest­lohn von 8,50 € vor, unab­hän­gig von der Art der Art der aus­ge­üb­ten Tätig­keit.

Zudem hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt dar­auf hin­ge­wie­sen, dass auch sol­che Beschäf­tig­te den Pfle­ge­min­dest­lohn for­dern kön­nen, die nicht aus­schließ­lich pfle­ge­ri­sche Tätig­kei­ten ver­rich­ten, son­dern in der Grund­pfle­ge ein­ge­setzt sind. In die­sem Rah­men ist auch für ande­re Arbei­ten, wie sol­che im haus­wirt­schaft­li­chen Bereich, der Pfle­ge­min­dest­lohn zu zah­len.