Sozi­al­aus­wahl bei betriebs­be­ding­ten Kün­di­gun­gen: Alter kann höher zu bewer­ten sein als Unter­halts­pflich­ten

LAG Köln 18.2.2011, 4 Sa 1122/10

Im Rah­men von betriebs­be­ding­ten Kün­di­gun­gen soll­te der Arbeit­ge­ber grund­sätz­lich eine Sozi­al­aus­wahl tref­fen, wel­che sich nach den Kri­te­ri­en des § 1 Abs. 3 Kün­di­gungs­schutz­ge­setz rich­tet.
Die­se Kri­te­ri­en sind grund­sätz­lich gleich­wer­tig, müs­sen aber natür­lich u.U. auch gewich­tet wer­den kön­nen.
Für den Fall, dass alle sons­ti­gen Kri­te­ri­en bei zwei Arbeit­neh­mern gleich sind (z.B. Beschäf­ti­gungs­dau­er), und das höhe­re Alter des einen Arbeit­neh­mers den Unter­halts­pflich­ten des ande­ren, jün­ge­ren Arbeit­neh­mers gegen­über­steht, kann ers­te­res höher zu bewer­ten sein. Das ist zumin­dest dann der Fall, wenn im Gegen­satz zum älte­ren Mit­ar­bei­ter der jün­ge­re opti­ma­le Vor­aus­set­zun­gen hat, um zeit­nah eine neue Anstel­lung zu fin­den und davon aus­ge­gan­gen wer­den kann, dass die­ser kei­ne Arbeits­lo­sig­keit zu befürch­ten hat. Dann ist die Unter­halts­zah­lung nicht gefähr­det, so dass dem Alter des ande­ren Arbeit­neh­mers Vor­rang zu gewäh­ren ist. In dem Fall müss­te dem jün­ge­ren Arbeit­neh­mer gekün­digt wer­den.
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