Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit der Anrech­nung der Ein­kom­mens­steu­er­erstat­tung auf ALG II

BVerfG vom 08.11.2011 – 1 BvR 2007/11

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt (BVerfG) hat mit Beschluss vom 08.11. 2011 (Az.: 1 BvR 2007/11) ent­schie­den, dass die Anrech­nung einer Ein­kom­men­steu­er­erstat­tung auf Arbeits­lo­sen­geld II, einer steu­er­fi­nan­zier­ten Sozi­al­leis­tung, ver­fas­sungs­recht­lich zuläs­sig ist. Eine sol­che Anrech­nung ver­letzt nicht das Grund­recht auf Eigen­tum aus Arti­kel 14 Absatz 1 GG. Die Anrech­nung ver­min­dert nicht den Steu­er­erstat­tungs­an­spruch, der als Eigen­tum geschützt ist, son­dern führt viel­mehr zur Ver­rin­ge­rung des Sozi­al­leis­tungs­an­spruchs.

Sozi­al­recht­li­che Leis­tungs­an­sprü­che kom­men nur dann in den Genuss des grund­recht­li­chen Eigen­tums­schut­zes aus Art 14 Absatz 1 GG, wenn es sich um ver­mö­gens­wer­te Rechts­po­si­tio­nen han­delt, die pri­vat zuge­ord­net sind, auf nicht uner­heb­li­chen Eigen­leis­tun­gen beru­hen und die Exis­tenz sichern sol­len. Dies ist jedoch bei einer steu­er­fi­nan­zier­ten Für­sor­ge­leis­tung wie dem ALG II gera­de nicht der Fall.